Die letzten Wochen: Neue Mitbewohner, Vorlesungen und ein Textil-Ingenieur aus Bangladesh
Lange ist es her das ich etwas geschrieben habe, aber wie ihr euch vorstellen könnt waren die letzten Wochen aufregend, anstrengend und auch ein bisschen chaotisch.
Mittlerweile bin ich aber in Mönchengladbach angekommen, und habe nette Mitbewohnerinnen und Mitstudenten/innen kennen gelernt.
Das Studium hat jetzt seid einer Woche richtig angefangen, das heißt die Woche davor war nur Einführungswoche und davor nur Vorkurse.
Den Mathekurs für Frauen (Sommerakademie) mag ich nur denjenigen empfehlen die wirklich Schwierigkeiten mit Mathe haben, und eher langsam arbeiten. Mir war es zu langsam, aber ich muss positiv heraus heben das mir kleine Dinge geholfen haben z.b. die Potenz regeln zu wiederholen...
Der generelle Mathevorkurs und Chemievorkurs hat auch grundlegendes wiederholt:
Bruchrechnen ect. Und bei Chemie natürlich Atomaufbau, Schalenaufbau... wie schreibt man chemische Verbindungen auf ect.
Generell: Wer gute Noten im Mathe oder Chemie LK hatte kann es sich sparen, aber es geht ja nicht nur um fachliche Kompetenz.
In den Vorkursen lernt man schon mal die ersten Leute kennen, und man ist ja nicht gezwungen wirklich jedes mal zu erscheinen.
Die Einführungstage, naja was soll ich dazu sagen?
Ich fand gut das es eine gab, um sich mit den Räumlichkeiten weiter vertraut zu machen – und „meine“ Tutorinnen (Miri und Mimi) waren wirklich toll und sehr nett – aber ich hätte mir doch ein paar mehr Informationen gewünscht.
Nicht von der Tutorenseite sondern von den Professoren...
Leider war jeder Professor der Ansicht, wir wären schon von den anderen Professoren mit Informationen zur Hochschule, den Prüfungen, den Räumen, den Fächern ect. „zugeschüttet“ worden, so dass sie vermieden auch noch „näher“ auf ihre Arbeit einzugehen.
Ich empfand es teils als übertriebene Schonung meiner Synapsen – aber alles in allem war es doch recht angenehm.
Ich konnte einen ersten Überblick über meine Professoren gewinnen, und meinen Stundenplan ausgiebig studieren... Außerdem konnten wir während der Offiziellen Begrüßung auch noch einer kleinen Band lauschen... (Happy... Happy irgendwas!)
Dann ging es jetzt am Montag aber auch mit dem harten Studentenleben los:
Der ganz normale Stundenplan trat in Kraft und wir konnten unseren ersten Vorlesungen lauschen, dabei konnten wir schon einige Informationen zu den Fächern sammeln, und haben einen Überblick bekommen.
Vor Textilenwerkstoffen graut es mir ein wenig, weil ich befürchte das es sehr chemisch und physikalisch wird, aber mit ein bisschen lernen wird das schon!
Dieses Semester freue ich mich besonders auf die Schnittkonstruktion, aber auch die anderen Fächer klingen viel versprechend.
Heute (am Donnerstag) war in der Vorlesung von Prof. Dr. Haug alles ein bisschen anders und ungeplant:
Anstatt der Vorlesung zur Konfektionstechnologie durften wir einem Textil Ingenieur aus Bangladesh lauschen. Er hat uns Informationen zur Produktion gegeben. (Will heißen: Welche Schritte sind nötig um ein Produkt, ein Design, in großer Stückzahl z.b. in Bangladesh fertigen zu lassen)
Übrigens kam er von „One Composite Mills Ltd.“ einer großen Textilproduktsionsstätte in Bangladesh. Die Musterstücke die er mitbrachte, hatten alle eine hervorragende Qualität (soweit ich das beurteilen darf und kann).
Mit Produktionskosten von ca 4 Euro für ein relativ einfaches T-Shirt sind die Kosten auch relativ hoch (Im Vergleich: Kleidungsdiscounter verlangen im Laden 2-5 Euro, wir reden hier aber von den reinen Produktionskosten für den Kunden!)
Wer Geld investiert, bekommt dann aber auch eben gute hochwertige Ware – alles in allem ein interessanter Vortrag, der einen kleinen Einblick in die Industrie gegeben hat.
Übrigens muss ich dazu noch sagen, das ich ein wenig erschrocken war wie „unhöflich“ meine Kommilitonen doch zum Teil waren: Während eines Vortrages den Raum zu verlassen, ist nicht unbedingt das was man „Gastfreundschaft“ nennt.
Ich zumindest freue mich über eine weitere Erfahrung und einen neuen Kontakt.